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Was war die Frühe Neuzeit? Hält man sich die aktuelle universitäre Forschung zu den drei Jahrhunderten zwischen 1500 und 1800 vor Augen, zeigt sich ein äußerst buntes Bild – die Geschichte der Frühen Neuzeit lässt sich auf höchst vielfältige Weise erzählen. Erzählen lässt sich die Frühe Neuzeit etwa als Zeit vielfältiger globaler Verflechtungen: Die Geschichtswissenschaft hat brutale Dominanz ebenso ausfindig gemacht wie friedlichen Austausch. Erzählen lässt sich die Frühe Neuzeit aus der Sicht vielfältiger Akteur:innen: Die Geschichtswissenschaft hat die Agency von Frauen ebenso betont wie sie Gesellschaften „von unten“ erforscht hat; verstärkt in den Blick gelangen seit Längerem nichtmenschliche Akteure wie Objekte, Tiere oder das Klima. Und nicht zuletzt lässt sich die Frühe Neuzeit mit vielfältigen methodisch-theoretischen Schwerpunktsetzungen erzählen: Die Geschichtswissenschaft arbeitet zwar weiterhin überwiegend mit Texten, interessiert sich aber auch für Gefühle, Materialität und Medialität. Was also war die Frühe Neuzeit? Eine Bilanz fällt nicht leicht. Die vielen Geschichten aus der Frühen Neuzeit, so scheint es, lassen sich kaum mehr zu einer Geschichte der Frühen Neuzeit zusammenfügen.
Der „Frühneuzeittag“ – eine Tagung, die zweijährlich von der Arbeitsgemeinschaft „Frühe Neuzeit“ im Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands (VHD) ausgerichtet wird – findet 2026 in Frankfurt am Main statt und soll der Selbstverständigung der Frühneuzeitforschung dienen. Was ist das Spezifische der Frühen Neuzeit? Was hält die Frühe Neuzeit – und damit das Fach – zusammen? Und wie können und wollen wir diese Frühe Neuzeit erzählen? Unter dem Titel „Frühe Neuzeit erzählen“ zielt die Tagung auf zweierlei: auf die Praxis des Erzählens und auf den Gegenstand dieser Erzählung(en).
Der Frankfurter Sommerkurs zur Geschichte der Frühen Neuzeit 2026 steht im Zeichen des Frühneuzeittags. Der Sommerkurs, zu dem das wissenschaftliche Leitungsteam des Frühneuzeittags fortgeschrittene Studierende und Promovierende aller Universitäten herzlich einlädt, soll den Frühneuzeittag flankieren. Gemeinsam wollen wir den Besuch der Tagung vorbereiten; die Teilnehmer:innen des Sommerkurses verfassen darüber hinaus gemeinschaftlich den offiziellen Tagungsbericht.
Im Vorfeld des Kurses wird ein verpflichtend zu lesender Reader mit Beiträgen zur Epochendebatte zur Verfügung gestellt, die wir während eines Online-Vorbereitungstermins am 21.09.2026 von 10 bis 12 Uhr intensiv diskutieren werden. Vom 24. bis 26.09.2026 schließlich findet der Frühneuzeittag in Präsenz auf dem Campus Westend der Goethe-Universität statt. Nach der Tagung wird es Online-Formate zum kollaborativen Schreiben des Berichts geben, bevor am 23.10.2026 von 10 bis 12 Uhr ein Online-Nachbereitungstermin stattfindet. Die Teilnahme am Sommerkurs ist kostenfrei, außerdem werden den Teilnehmer:innen die Gebühren für den Besuch des Frühneuzeittags erlassen.
Bewerbungen für den Sommerkurs richten Sie bitte bis 15.08.2026 an Michael Leemann (
This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it. ). Für Studierende der Goethe-Universität findet 2026 ein gesonderter Frankfurter Sommerkurs zur Geschichte der Frühen Neuzeit statt, der als Seminar belegt werden kann. Über Details gibt das Vorlesungsverzeichnis Auskunft. Weitere Informationen zum Frühneuzeittag selbst finden sich hier.